RALF CHRISTIAN MAYER`s TUCANSTUDIO


Seit mehreren Jahrzehnten ist das Tucan-Studio im beschaulichen Kornwestheim nahe bei Stuttgart beheimatet. Besitzer des in einem schallisolierten Fachwerkhaus untergebrachten Tonstudios ist seit 1999 Ralf Christian Mayer, der sein Handwerk unter der Regie des Vorbesitzers im Lauf der vergangenen 20 Jahre von der Pike auf gelernt hat.


Wie viele andere Studiobetreiber verfügt auch Mayer über einen musikalischen Background und versuchte sich in jungen Jahren als Sänger diverser Rock/Pop-Formationen, erlernte parallel dazu jedoch auch einen „anständigen“ Beruf und absolvierte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Musikfachgeschäft. Per Zufall kam Mayer, der zu Hause in Sachen Recording mit den seinerzeit immens beliebten Vierspur-Cassettenrecordern sowie „einem echten U87 für 1.700 Mark“ experimentierte, in Kontakt mit dem Besitzer des Tucan-Studios und wurde aus dem Stand mit dem Mischen einer Werbemusik betraut. Das Ergebnis war offensichtlich mehr als zufrieden stellend, denn Mayer konnte im Anschluss daran parallel zu seinem Zivildienst regelmäßig für das Studio arbeiten.

In einem für damalige Verhältnisse mit einer 16-Spur-Maschine und diverser Peripherie technisch sehr gut ausgestatteten Umfeld betreute Ralf Mayer als Sound-Engineer zunächst zahllose Demoproduktionen mit Bands aus der Umgebung, darunter u. a. auch „Vaseline Joystick“, welche seinerzeit mit dem Bundesrockpreis bedacht wurden. Auf den Namen „Coalminers Beat“ hörte Mayers erste Major-Produktion für Sony Music, für welche ein geradezu fürstliches Budget von 150.000 D-Mark zu Verfügung stand; Mayer agierte hier nicht nur als Tontechniker, sondern auch als Produzent.

Mittlerweile führt Ralf Mayer das Tucan-Studio in eigener Regie, beschäftigt einen Praktikanten und bedient eine musikalisch breit gefächerte Kundenschar, welche neben exzellenten Sound-Resultaten wohl nicht zuletzt die urige Atmosphäre des Studios sowie den freundschaftlich-familiären Umgangston zu schätzen weiß: Bequeme Polstermöbel laden zum Verweilen ein, die verwinkelte Architektur des Fachwerkhauses sorgt für spontanes Wohlfühlen, und es wird die Sprache der anwesenden Künstler gesprochen – kein Vergleich zum unterkühlten Hochglanzambiente mancher Mietstudios und dem Duktus der dort tätigen Tontechnik-Beamten!

Vier übermannshohe Racks mit feinstem 19“-Equipment das Herz des tontechnisch vorbelasteten Besuchers höher schlagen.Was begeistert, ist weniger die schiere Masse als vielmehr die außerordentlich geschmackvolle Zusammenstellung, an welcher sich der wahre Audio-Gourmet auf Anhieb vom lediglich finanzstarken Gourmand unterscheiden lässt.


Erwartungsgemäß wird die Regie des Tucan-Studios von einer analogen Konsole geziert; zum Einsatz kommt ein ADT-Pult des Typs „5MT-C“  Als Recording-Lösung nutzt Mayer vorrangig ein Pro Tools „HDX 2“-System auf einem Power-Mac.